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Schönau

Schönau

Die ehemalige Gutssiedlung Schönau wurde erstmals als „Schoena“ im Jahr 1300 (1353 Schonowe = Siedlung in der schönen [Kappelbach-] Aue) urkundlich erwähnt und kam 1375 an das Chemnitzer Benediktinerkloster. Das Rittergut Schönau war das größte der meist kleinen Bauernhöfe, wovon die meisten davon bis ins 18. Jahrhundert vom Rittergut eingezogen wurden. Einige der eingegangen Bauernhöfe wurden auch als Baugrund für die einsetzende Industrialisierung verwendet. Seit 1838 bildet Schönau eine eigene Landgemeinde.

Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich eine Handschuhfabrik angesiedelt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts folgte eine Strumpfwirkerei und der Maschinen- und Fahrzeugbau („Wanderer“). Nachdem Neustadt nach Schönau eingemeindet wurde, wurde 1935 die Vereinigung mit der Stadt Siegmar zur Stadt Siegmar-Schönau vollzogen.

Schönau gehörte bis Ende des 19. Jahrhunderts zur „Nikolai“-Gemeinde in „Chemnitz“, deren Kirche sich in der Nähe des heutigen Falkeplatz an der Stollberger Straße befand. Nachdem die Kirche 1882 aus bautechnischen Gründen geschlossen werden musste und schon länger der Plan bestand eine weitere Kirche für die Gemeinde zu bauen, löste sich kurzerhand die neu gegründete Schönauer Gemeinde ab und errichtete ein eigenes Gotteshaus. Die Schönauer Kirche entstand seit 1885 und wurde 1887 geweiht. Seit 1936 trägt sie den Namen Luthers.

Neustadt

Das ehemalige Neustadt entstand erst im 16. Jahrhundert (Naustadt = neuangelegte Wohnstätte). Landarme Bauern siedelten sich um das Rittergut Höckericht (1375 erstmals in Verbindung mit der Herrschaft Rabenstein urkundlich erwähnt) an. Zunächst war Neustadt nach der „St. Nikolai“-Gemeinde in Chemnitz gepfarrt, dann nach Schönau, zu dem es 1922 eingemeindet wurde.

Dadurch, dass die Autobahn A 72, die direkt durch Neustadt führt, die heutige Grenze zwischen Schönau und Siegmar bildet, ist der Stadtteil heute von den Stadtplänen verschwunden. Einziger Zeuge ist noch die Neustädter Straße. Bis Mai/Juni 2004 befand sich noch der „Gasthof Neustadt“ an der Zwickauer Straße. Das ehemalige Rathaus von Neustadt ist noch erhalten, wurde jedoch nach erheblicher Beschädigung im Zweiten Weltkrieg nur teilweise original wieder aufgebaut. Das Gebäude wurde nach 1990 aufwändig saniert und wird derzeit als Wohnhaus genutzt.

Wirtschaft

Wie im benachbarten Siegmar, ist auch hier die Industrie stark ausgeprägt. Hier befindet sich die „Messe Chemnitz“/ „Chemnitz Arena“ ¹ zwischen Zwickauer- und Neefetraße, die „Braustolz“-Brauerei „Am Feldschlößchen“ und eine „Siemens“-Niederlassung an der Neefestraße.

¹ = heute Gemarkung Kappel

Verkehr

Durch den Stadtteil führt die B 173 (Neefestraße) und eine Bahnstrecke nach Hohenstein-Ernstthal und Zwickau. Die A 72 bildet die heutige westliche Flurgrenze Schönaus. Der Südring, dessen Kreuzung derzeit ausgebaut wird, kreuzt die Neefestraße.

Die CVAG hat den Stadtteil mit den Buslinien 24, 39, 47 und 54 erschlossen. Die Straßenbahnlinie 1 endet seit 1988 an der Popowstraße unweit der Schönauer Kirche auf dem Grund des ehemaligen Rittergutes. Bis zum 17. Mai 1980 reichte die alte, 1981 eingestellte, Linie 1 noch bis Reichenbrand. Ab März 2008 heißt die Linie 1 nun 2, weil sie mit der Linie 2 nach Bernsdorf zusammengelegt wurde. Wegen Bauarbeiten am Chemnitzer Hauptbahnhof wurde ab 1. Mai 2011 wieder die Linie 1 eingesetzt, aber nicht zum Hauptbahnhof, sondern nur noch zur Straße der Nationen, wo sie zur Linie 4 Richtung Hutholz wechselt (siehe www.cvag.de). Die Buslinien, die durch Schönau verkehren heißen auch seit 2008 anders, nämlich 41, 43, 26, 23 (Vorgängerlinie von 23, die nur 2008 verkehrte, hieß 42), 73 und N16 (Nachtlinie). Manche Linien sind komplett neu und andere verkehren nur unter einem anderen Namen.

 

Quelle Wikipedia

Kappel

 

Kappel

Kappel, der im zentrumsnahen Westen gelegene Stadtteil von Chemnitz wurde bereits im Jahr 1900 eingemeindet. An ihn grenzen die Stadtteile Kapellenberg, Helbersdorf, Stelzendorf, Schönau und Altendorf. Kappel ist Wohnvorort und Industrievorstadt zugleich. Das Gewerbegebiet zwischen Südring und Neefestraße beherbergt namhafte Unternehmen – die „Freie Presse“ druckt z. B. dort ihr Tageblatt. An der Kappler Drehe steht das „Sächsische Industriemuseum“. Die Empfangshalle des ehemaligen Chemnitzer Flughafens befindet sich zwar heute auf Kappler Flur, sie ist aber Bestandteil der Geschichte Helbersdorfs.

Verkehr

Durch Kappel führt die vierspurig ausgebaute B 173 (Neefestraße). Der Südring bildet die südwestliche, die B 169 (Stollberger Straße) die östliche Grenze des Stadtteils.

Mit dem Öffentlichen Personennahverkehr der CVAG erreicht man Kappel mit den Straßenbahnlinien 2 und 4 sowie den Buslinien 42, 43, 262 sowie N16 des Nachtnetzes.

Geschichte

Kappel gehörte wahrscheinlich schon von Beginn an zum Chemnitzer Benediktinerkloster, denn es wird bereits um 1200 als „Capella“ (=Siedlung an einer Kapelle) im Zinsregister erwähnt. Im Jahr 1402 erwarb die Stadt Chemnitz den östlichen Teil Kappels (Kapellenberg) vom Kloster. Die Bewohner Kappels erhielten von der Stadt Zollfreiheit, im Gegenzug mussten sie sich an der Instandhaltung der Chemnitzer Stadtmauer beteiligen. Wie die meisten Klosterdörfer gehörte Kappel ab 1548 zum Amt Chemnitz.

Durch die einsetzende Industrialisierung, begünstigt durch die 1858 eröffnete Eisenbahnstrecke Chemnitz–Zwickau, mussten größtenteils die alten Gebäude, hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammend, für Fabriken weichen – aus dem Bauerndorf wurde eine Industriegemeinde. Betrug die Einwohnerzahl 1825 noch 227, waren es 1880 schon 2.590 und zur Eingemeindung im Jahr 1900 schon 6.557 Einwohner.

Ein Maschinenbau- und Baumwollspinnereigewerbe gab es in Kappel bereits vor 1850. Um das Jahr 1870 entstanden eine Strickmaschinenfabrik (ab 1888 „Maschinenfabrik Kappel A. G.“), eine Strumpfmaschinenfabrik sowie eine Kammgarnspinnerei. Eine Eisengießerei folgte 1876, welche zu DDR-Zeiten den Namen von Rudolf Harlaß (VEB Gießerei “Rudolf Harlaß”) trug. Im Jahr 1886 kam eine Wirkwarenfabrik hinzu. Das alte Straßenbahndepot (heute Straßenbahnmuseum) bestand seit 1880. In der DDR-Zeit befand sich beiderseits der Neefestraße der „VEB Fettchemie“ (gegründet 1935 als „Böhme Fettchemie“). Die ehemalige Niederlassung des „VEB Strickwaren Oberlungwitz“ an der Kappler Drehe ist heute noch durch die große Fassadenbeschriftung vom weitem erkennbar. Die Industriebrache des ehemaligen „Union Maschinenbaukombinates“ erkennt man ebenso noch an dem riesigen Signet an der Hausfassade.

Am Kappler Hang, an der Irkutsker Straße, entstanden in den frühen 1970er Jahren die ersten Plattenbauhäuser. Sie gehörten später zum „Fritz-Heckert-Gebiet“. In unmittelbarer Nähe entstanden auch Schulen und Kindertagesstätten.
Quelle Wikipedia

 

Kaßberg

Der Kaßberg ist der bevölkerungsreichste Stadtteil von Chemnitz und zählt zu den größten Gründerzeit- und Jugendstilvierteln Deutschlands. Er befindet sich in der Nähe des Flusses Chemnitz, westlich des Stadtzentrums, am höchsten Punkt rund 30 Meter über dem Niveau der Innenstadt.

Geschichte

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der damalige Katzberg nur an seinen Rändern besiedelt. Doch bereits seit Beginn des 16. Jahrhunderts wurden Gewölbekeller in den Fels geschlagen, um das in Chemnitz gebraute Bier zu lagern. Im Laufe der Jahrhunderte entstand so ein weit verzweigtes Netz von Kellergängen; Teile davon können heute in Führungen besichtigt werden.

Erst 1855 errichtete der Chemnitzer Lehrer Johann Friedrich Stahlknecht das erste Haus auf dem Kaßberg (auf einem Grundstück, das an die später so benannte Hohe Straße grenzte). Da das Gebiet zu dieser Zeit noch recht unerschlossen war, galt diese Entscheidung als waghalsig, weshalb das Haus von seinem Erbauer mit der vierfachen Aufschrift „Ich hab’s gewagt“ versehen wurde. In der Folge berichtete Stahlknecht in verschiedenen Artikeln einer Chemnitzer Tageszeitung von den Vorzügen seiner Wohnlage und warb so neue Bauherren.

Mit der zunehmenden Industrialisierung kamen auch Erschließung und Bebauung des Kaßbergs voran. Die Höhen des Bergs galten bald als bevorzugte Wohngegend, vor allem wegen der im Vergleich zum Rest der Stadt weniger stark verschmutzten Luft. Charakteristisch für das vornehmlich zwischen 1870 und 1930 bebaute Areal von ca. zwei Quadratkilometern Fläche ist das orthogonale Netz von Straßen, das der Topografie angepasst wurde, indem man die Straßen parallel oder rechtwinklig zum Hanggefälle anlegte. Kaiser-, Stephan-, Wieland- und Andréplatz wurden als Grünflächen in das Straßennetz eingefügt. An den Rändern des Kaßbergs firmierten Chemnitzer Unternehmen, so die Sächsische Maschinenfabrik (vorm. Richard Hartmann), die Maschinenfabriken Germania (vorm. J. S. Schwalbe & Sohn), Union und C. G. Haubold, die Tresorfabrik Baum, die Presto-Werke, die Textilfabrik der Brüder Goeritz u.a.m. Die Stadtverwaltung selbst errichtete hier zahlreiche Bauten: das Königliche Amts- und Landesgericht, die Königliche Steuerbehörde, die Kaiserliche Oberpostdirektion, die Königliche Gefangenenanstalt, das Königliche Gymnasium, die Oberrealschule etc.

Die einzige Synagoge in Chemnitz, 1897 bis 1899 nach Entwürfen des Architekten Wenzel Bürger erbaut und in der Reichspogromnacht in Brand gesteckt, befand sich bis zu ihrem durch die Nationalsozialisten erzwungenen Abriss im Jahr 1939 am Stephanplatz. Das 1902 eröffnete Central-Theater an der Zwickauer Straße war bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1945 eine wichtige Bühne vor allem für das Varietétheater. Methodistische Friedenskirche

Der Kaßberg ist seit Februar 1991 als Flächendenkmal geschützt, darin eingeschlossen ca. 480 Bauwerke, überwiegend mehrgeschossige Wohnhäuser, städtische Verwaltungs- und Schulgebäude der Gründerzeit, des Jugendstils und der Neuen Sachlichkeit.

Der Kaßberg wird durch die Buslinien 31, 32, 62, 72 sowie N17 des Nachtnetzes erschlossen, die Linie 2 der Chemnitzer Stadtbahn tangiert den Kaßberg an dessen südlicher Stadtteilgrenze.
Quelle Wikipedia