Geschichte
Der wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründete Ort wird erstmals 1375 urkundlich erwähnt. Ein gewisser „Henricus de Sygemar“, wahrscheinlich ein Lakai des Rudolf von Brandt, kann als Ortsgründer angesehen werden. Zu dieser Zeit ging der Ort, wie weitere umliegende Dörfer der Herrschaft Rabenstein in den Besitz des Chemnitzer Benediktinerklosters über. 1548 erfolgt die Schreibweise als „Sigkmar“ (Ort eines Sigemar). Mit der Auflösung des Klosters kam auch Siegmar, das durch die Bannmeile von 1331 nur wenig entwickelt war, an das Amt Chemnitz.
Der kleinste am Oberlauf des Kappelbach gelegene Ort, seit 1838 selbständige Gemeinde, entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einer bedeutenden Industriegemeinde. Maßgeblich beteiligt daran war die günstige Lage zur 1858 eröffneten Eisenbahnstrecke Chemnitz–Zwickau, so entwickelte sich aus einer Landgemeinde mit einer Baumwollspinnerei und einer Strumpffabrik ein Industriestandort für die Handschuhfabrikation, der Textilindustrie und dem Maschinenbau.
Seit dem 1. Januar 1920 ist Stelzendorf und seit dem 1. April 1922 Reichenbrand nach Siegmar eingemeindet. Durch die damit auf über 10.000 erhöhte Einwohnerzahl erhielt Siegmar am 17. Mai 1927 Stadtrecht. In der NS-Zeit veranlasste der sächsische Gauleiter Martin Mutschmann den Zusammenschluss der Stadt Siegmar mit der Gemeinde Schönau-Neustadt, so wurden beide Orte am 1. Oktober 1935 zur Stadt Siegmar-Schönau vereinigt. Am 1. Juli 1950 verlor die Stadt ihre Selbständigkeit infolge der Eingemeindung nach Chemnitz.
Siegmarer Park
Im Jahr 1906/07 wurde der Park planmäßig, gegenüber dem 1904 errichteten Siegmarer Rathaus, auf den Wiesen der Kappelbachaue angelegt und 1936–1938 nach Osten hin erweitert – den Mittelpunkt stellt der Parkteich dar.
Wirtschaft
„Wismut“
Seit 1948 ist die „Wismut AG“ (seit 1954 „SDAG Wismut“) in Siegmar(-Schönau) angesiedelt. Sie betrieb Bergbau im westlichen Erzgebirge, in der Sächsischen Schweiz und in Ostthüringen und baute dort bis 1990 hauptsächlich das für die sowjetische Kernwaffenproduktion benötigte Uranerz ab.
Die „Wismut“ war Initiator für den Bau des Verwaltungsgebäudes an der Jagdschänkenstraße (1950/51 errichtet, heute „Bundesknappschaft“), des heute geschlossenen Kulturpalastes und des Hallenbades am Pelzmühlenteich, des bereits abgebrochenen „Hotel Trabant“ an der Zwickauer Straße und des Ärztehauses an der Oberfrohnaer Straße, von Kindergärten und Schulen sowie zahlreicher Wohnungen in Siegmar. Das Rabensteiner Krankenhaus wurde von der „Wismut“ in den 1950er Jahren übernommen.
In die „Wismut“ waren schon früh einige Betriebe integriert, so z. B. ein Technischer Kontor, eine KFZ-Werkstatt und eine Immobilienverwaltung. Später folgten Stahl- und Maschinenbaubetriebe, Bau- und Transportunternehmen, Ingenieurbetriebe etc.
Heute firmiert die „Wismut“ unter dem Namen „Wismut GmbH“, jedoch verfügt sie nicht mehr über die integrierten Zweigunternehmen. Im Juli 2002 bildete sich das Tochterunternehmen „Wismut Umwelttechnik GmbH“ (WISUTEC).
weitere Unternehmen
Im Gewerbegebiet nördlich der Neefestraße hat sich u. a. „Bruno Banani“ und ein „Porsche“-Autohaus angesiedelt. Im Bereich der Zwickauer Straße /Autobahn A4 befindet sich das Unternehmen Niles-Simmons.
Quelle: Wikipedia