Lutherviertel
Das Lutherviertel ist der flächenmäßig kleinste Stadtteil von Chemnitz. An ihn grenzen die Ortsteile Sonnenberg, Gablenz, Bernsdorf und Zentrum. Er ist im Mittel 1,7 km vom Stadtzentrum entfernt.
Begrenzt wird der Stadtteil von der Augustusburger Straße im Norden, von der Clausstraße im Osten, von der Zschopauer Straße im Süden und der Bahnstrecke zwischen dem Chemnitzer Hauptbahnhof und dem Bahnhof Chemnitz Süd im Westen. Wahrzeichen des Stadtteils ist die namensgebende Lutherkirche.
Geschichte und Charakteristik
Entstanden im Zuge der gründerzeitlichen Stadterweiterung ist das Gebiet geprägt durch eine traditionelle Karreestruktur mit mehrgeschossiger Blockrandbebauung aus der vorletzten Jahrhundertwende und den 1920er Jahren sowie offeneren Strukturen, welche in den 1950er Jahren im Zuge des Wiederaufbaus nach den starken Kriegszerstörungen des Zweiten Weltkrieges entstanden.
Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 ist das Lutherviertel in besonderem Maße von Abwanderung und Wegzug seiner Bürger betroffen. Zwischen 1991 und 2001 verlor der Stadtteil 2968 Einwohner (ca. −35 %; Stadtdurchschnitt −17,6 %). Der Wohnungsleerstand beträgt fast 35 % (Stadtdurchschnitt: ca. 23 %).
Aufgrund seiner baulichen Strukturen, der guten verkehrlichen Infrastruktur und seiner innenstadtnahen Lage (ca. 10–20 Minuten attraktiver Fußweg durch den Park der Opfer des Faschismus zur Innenstadt) erachtet die Stadt Chemnitz das Lutherviertel insgesamt als einen potentiell sehr attraktiven Wohnstandort. Es soll daher der Stadtteil durch verschiedene Projekte in den nächsten Jahren gefördert werden, unter anderem durch die Entlastung vom Durchgangsverkehr, den Bau eines Radweges vom Lutherviertel zum Campus der Technischen Universität an der Reichenhainer Straße und eine Verbesserung des Wohnumfeldes durch eine Vergrößerung der Grün- und Freiflächen.








