Kleinolbersdorf-Altenhain ist der flächenmäßig zweitgrößte Stadtteil der Stadt Chemnitz. Die Dörfer Kleinolbersdorf und Altenhain bildeten bis zu ihrer Vereinigung am 1. April 1974 selbständige Gemeinden.[1] Am 1. Januar 1997 wurde die vereinte Gemeinde Stadtteil von Chemnitz.[2] Trotz beinaher Verdopplung der Bevölkerung seit 1990 hat dieser Stadtteil bis heute seinen dörflichen Charakter behalten.
Geografie
An die Fluren von Kleinolbersdorf-Altenhain grenzen die Stadtteile Euba, Einsiedel und Adelsberg sowie der Augustusburger Ortsteil Erdmannsdorf, der Gornauer Ortsteil Dittmannsdorf und der Amtsberger Ortsteil Dittersdorf. Im Norden befindet sich das Waldgebiet „Schwarzwald“, welches den Status eines Landschaftsschutzgebietes innehat. Weit nach Süden vorgeschoben liegt die Siedlung „Ruhebank“ am „Schwarzen Holz“. Höchste Erhebungen sind der Adelsberg (509 m), der Hungersberg (441,1 m) und der Spitzberg (504,1 m). Bekanntheit über die Ortsgrenzen hinaus genießen auch das Sternmühlental und das Gasthaus „Goldener Hahn“.
Geschichte
Kleinolbersdorf
Die erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1322, als Olbersdorf von den Herren von Schellenberg an das Kloster Chemnitz übertragen wurde. Nach Aufhebung der Klöster zur Zeit der Reformation gelangte der Ort unter die Aufsicht des landesherrlichen Amtes. Aus dem Jahre 1541 ist die Schreibweise Alberßdorf überliefert. Durch den Zusatz “Klein-” wurde es von anderen Orten gleichen Namens unterschieden.[3]
In der Dorfmitte entstand 1789, nach einem Brand der bis dahin mehrfach umgebauten mittelalterlichen Kirche, der heutige Neubau. Neben etwa 20 Gütern existierten um 1830 26 Häuserstellen. Eine um 1900 bestehende Strumpffabrik beschäftigte 60, eine Möbelfabrik 20 Arbeitskräfte. Die größere Zahl der Arbeitskräfte ging in Chemnitzer Fabriken. In den 1970er Jahren arbeiten drei Viertel der Werktätigen in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt).[3]
Gaststätte „Sternmühle“ [Bearbeiten]
Bereits um 1540 ist von einer „Brettmühle“ im Schwarzbachtal – heute ist das Tal nach der „Sternmühle“ benannt – die Rede. In ihr wurden aus Holzstämmen Bretter gesägt, aber auch schon damals wurde eine Bäckerei und eine Schankwirtschaft betrieben. Der offizielle Schankbetrieb begann im Jahre 1844, als der damalige Besitzer August Bergt für die nun „Sternmühle“ genannte Mühle die Schankkonzession erhielt. Bekannt ist die „Sternmühle“ unter anderem durch die von dem Grünaer Künstler Gerhard Franke gestaltete Fassade eines Seitengebäudes, in der die Geschichte des Gasthauses malerisch dargestellt wird.
Das bei den Chemnitzern beliebte Ausflugsziel ist vom Schwarzwald umgeben und ein Knotenpunkt zahlreicher Wanderwege.
Altenhain
1331 schrieb man den Ortsnamen Aldenhayne. 1548 zählte es zu den Amtsdörfern des Amtes Chemnitz. 1810 gab es 17, im Jahre 1902 noch 16 Bauerngüter mit einer Gesamtfläche von etwa 485 ha. Der Ort war seit 1539 stets nach Kleinolbersdorf gepfarrt, verfügt jedoch über eine Kapelle der Methodistengemeinde. Wirtschaftlich dominierte die Landwirtschaft, zeitweilig arbeitete auch eine Strumpffabrik. In der DDR-Zeit existierte der VEB Meßtechnik, welcher 30 Beschäftigte zählte sowie der 1972 gegründete VEB Gestellbau, welcher aus einer Möbelfabrik hervorging.[4]
Gasthaus „Goldener Hahn“ [Bearbeiten]
Im oberen Teil Altenhains befindet sich in Richtung Zschopau auf der linken Seite der Zschopauer Straße das Gasthaus „Goldener Hahn“. Ein Altenhainer Lehnrichter erhielt 1738 die kurfürstliche Genehmigung den Fuhrmanns- und Ausspanngasthof „Alterhahn“ zu errichten. In diesem wurde 1798 eine Schmiedewerkstatt eingerichtet. Bis heute hat sich der Schankbetrieb an der stark frequentierten Bundesstraße erhalten.
Gedenkstätten
Ein Gedenkstein an der Dorfstraße des Ortsteiles Kleinolbersdorf erinnert an den Sozialdemokraten und NS-Gegner Georg Hofmann, der ein Jahr nach den 1933 erlittenen Folterungen starb.
Verkehr
Die B 174 Chemnitz – Zschopau – Marienberg – Tschechien (Zschopauer Straße) grenzt an Kleinolbersdorf und Altenhain. Von Chemnitz nach Kleinolbersdorf-Altenhain führt die Buslinie 56 der CVAG. Die Buslinien 206 und 207 der Autobus Sachsen und der BVO auf der Zschopauer Straße erschließen Randlagen.
Quelle wikipedia